German - Free Topic: Texte begreifen. Vom Umgang mit literarischer Gegenständlichkeit

Course content

Mirjam Schmuck:

Eigennamen kontrastiv

 

Namen umgeben uns tagtäglich und ein Leben lang lernen wir neue dazu. Sie sind tief in der Kultur verwurzelt und verraten sehr viel über die namengebende Gesellschaft. Personennamen machen einen Menschen für alle identifizier- und individualisierbar, andererseits aber auch angreifbar (Spitz-/Spottnamen, Namenpolemik). Die deutschen Familiennamen reichen bis ins Spätmittelalter zurück, spiegeln einen historischen Sprachstand und geben Aufschluss über die damalige namengebende Gesellschaft. In Skandinavien sind Familiennamen erst deutlich später als in Deutschland entstanden, was sich u.a. in der Benennungsmotivik spiegelt. Anders als in Deutschland handelt es sich um heute noch vitale Systeme, selbst Namenneukreationen sind möglich und werden in Schweden viel genutzt. Mit Blick auf die Rufnamen zeigt sich, dass sich das Inventar diachron stark gewandelt hat. Im Vergleich zum Dänischen ergeben sich viele Parallelen aber auch klare Unterschiede. Grammatisch haben Namen im Deutschen einen Sonderstatus: Sie kennen z.B. besondere Pluralformen (die Köche vs. die Kochs [Familienname]), abweichendes Genus (der Polarstern vs. die Polarstern [Schiff]) und werden (im Standard) artikellos gebraucht (die Bundeskanzlerin vs. *die Angela Merkel).

 

Ausgehend von namentheoretischen und namengrammatischen Überlegungen (Was macht einen Namen aus? Was sind prototypische/weniger prototypische Namen? Wann werden Namen übersetzt? Welche grammatischen Auffälligkeiten gibt es im Deutschen/im Dänischen?) wollen wir uns im Seminar intensiv den Personennamen widmen und das deutsche Namensystem mit dem dänischen und schwedischen System kontrastieren.

 

Chrstian Benne:

In den vergangenen Jahren ist die Forschung zunehmend zur Einsicht gelangt, dass literarische Texte nicht als abstrakte semiotische Gebilde zu behandeln sind, sondern dass die sog. Materialität von Texten eine entscheidende Rolle für ihr Verständnis, ihre Rezeption und ihre Rolle in der Kultur spielt. In diesem Seminar werden wir sowohl die Forschung aufarbeiten als auch an praktischen Beispielen lernen, wie man mit literarischen Texten jenseits rein textueller Interpretation umgeht. Wir behandeln sie z.B. unter der Perspektive von Buch- und Mediengeschichte, Format, Typographie und Edition und diskutieren, welchen Unterschied es macht, ob wir sie analog oder digital lesen. Schließlich behandeln wir das Verhältnis von Materialität und Textualität im Rahmen einer umfassenden Gegenständlichkeitstheorie, die bis zur Frage der physischen Ausstellbarkeit und buchstäblichen Begreifbarkeit von Literatur reicht.

Relevante Forschungsliteratur und ausgewählte literarische Beispiele.

Seminarliteratur [zur Anschaffung empfohlen]:

Nübling, Damaris / Fahlbusch, Fabian / Heuser, Rita (2015): Namen. Eine Einführung in die Onomastik. Tübingen: Narr Francke Attempto Verlag (Narr Studienbücher).

Written
Oral
Collective
Continuous feedback during the course of the semester
Feedback by final exam (In addition to the grade)
ECTS
15 ECTS
Type of assessment
Portfolio
Das Portfolio wird aus Aufgaben in den beiden Kursen zusammengestellt, insgesamt: 1) Eine Hausarbeit zu ca. 15 Seiten (wird entweder im Kurs A oder B gemacht und zählt 50 %, und 2) Ein Referat mit Handout und Protokoll (2 Seiten) + eine Hausarbeit zu 3-4 Seiten. Diese beiden kleineren Aufgaben (2) werden in jenem Kurs gemacht, in dem KEINE große Hausarbeit (1) gemacht wird.
Abgabetermin nach Absprache mit den Prüfern.

Portfolien oploades i digital eksamen d. 5. januar 2022.
Aid
All aids allowed
Marking scale
7-point grading scale
Censorship form
No external censorship
Criteria for exam assessment

Single subject courses (day)

  • Category
  • Hours
  • Class Instruction
  • 56
  • Preparation
  • 353
  • English
  • 409