German - Free topic A: Transnationale Beziehungen im Alternativmilieu zwischen Deutschland und Dänemark 1968-1985 + Sprachwandel am Beispiel des Deutschen und Dänischen

Course content

Transnationale Beziehungen im Alternativmilieu zwischen Deutschland und Dänemark 1968-1985 (Detlef)

Während bei den deutsch-dänischen Beziehungen zumeist der Einfluss des großen Nachbarn auf den kleinen im Mittelpunkt des Interesses steht, soll in diesem Seminar exemplarisch untersucht werden, wie Elemente der dänischen Kultur in Deutschland aufgenommen wurden. Es fällt auf, dass zwischen den 1960er und 1980er Jahren zahlreiche dänische Initiativen in der Bundesrepublik Deutschland als Vorbild genommen wurden, insbesondere im Alternativmilieu, das der westdeutschen Industriegesellschaft und ihrer politischen Kultur skeptisch gegenüberstand. Demgegenüber hatte das kleine Dänemark den Ruf, eine Oase der Demokratie und Toleranz zu sein. Nicht nur Homosexuelle blickten hoffnungsvoll gen Norden. Deutsche Jugendliche trampten nach Kopenhagen, Tvind oder Roskilde, um die Alternativkultur zu erleben, manche siedelten sich in Christiania an, westdeutsche Pädagogen und Städteplaner nahmen sich an „skrammel-“ oder „byggelegepladser“ ein Vorbild und etablierten in der Bundesrepublik den „Abenteuerspielplatz“ als Ort kindgerechten Spielens. Einzelne Akademiker, die in der BRD ein „Berufsverbot“ bekommen hatten, blieben für lange Zeit in Dänemark. Wir wollen erforschen, was Dänemark in den Augen westdeutscher „Alternativer“ so interessant machte und was dies über Selbstwahrnehmungen und wechselseitige Stereotypen aussagt.

 

Sprachwandel am Beispiel des Deutschen und Dänischen (Lars)

Weder das Deutsche noch das Dänische sieht heute noch so aus, wie vor 100 Jahren. Und in 100 Jahren werden beide Sprachen vermutlich wieder anders aussehen, so dass die Grammatikschreiber und Wörterbuchautoren wohl nicht arbeitslos werden. Aber warum ändern sich die beiden Sprachen eigentlich, und warum verändert sich Sprache überhaupt? Kann man dabei eine Richtung erkennen oder ist der Wandel chaotisch? Kann man sagen, beide Sprachen entwickeln sich in die gleiche Richtung? Oder entwickeln sie sich vielleicht auseinander?

In unserem Kurs wollen wir damit beginnen, in die Vergangenheit zu blicken und Phänomene des Sprachwandels über historische Texte im Deutschen und Dänischen identifizieren, beschreiben und erklären. Dabei werden wir verschiedene Sprachwandeltheorien kennenlernen (u.a. Grammatikalisierung, Natürlichkeitstheorie, Theorien des semantischen Wandels etc.). Das Textstudium gibt uns darüber hinaus Einblick in die Perioden der Sprachgeschichte(n) des Dänischen und Deutschen.

Da Sprachwandel vermutlich nie an sein Ende kommt, wollen wir im zweiten Teil des Kurses in aktuellen Texten nachsehen, ob die Prozesse, die seit Langem das Deutsche und Dänische verändern, immer noch aktiv sind.

Transnationale Beziehungen im Alternativmilieu zwischen Deutschland und Dänemark 1968-1985
Seminar mit Gruppendiskussion in zum Teil größeren Blöcken, Referate und kleinere mündliche oder schriftliche Präsentationen.

Sprachwandel am Beispiel des Deutschen und Dänischen
Seminar mit Gruppendiskussion, Datensammlung (in Korpora o.ä.) in Kleingruppen und Kurzpräsentation

Transnationale Beziehungen im Alternativmilieu zwischen Deutschland und Dänemark 1968-1985

Materiale: Gedruckte Quellen aus der deutschen Alternativpresse, Archivmaterialien, graue Literatur, Filmmaterial, Zeitzeugengespräche, die einschlägige Sekundärliteratur. Zur Einführung: Detlef Siegfried, Das gute Leben im falschen. Dänemark-Wahrnehmungen im westdeutschen Alternativmilieu, in: Sven Reichardt/Detlef Siegfried (Hrsg.), Das alternative Milieu. Antibürgerlicher Lebensstil und linke Politik in der Bundesrepublik Deutschland und Europa 1968-1983, Göttingen: Wallstein Verlag 2010, 89-114. 

 

Sprachwandel am Beispiel des Deutschen und Dänischen

Einleitende Literatur

Keller, Rudi (2014 [1995]). Sprachwandel. Von der unsichtbaren Hand in der Sprache. Tübingen: Francke (=UTB)

Ausgewählte Artikel werden zu Beginn des Semesters zur Verfügung gestellt.

Ausgewählte historische und aktuelle Texte aus verschiedenen Epochen; Textkorpora; Forschungsliteratur

ECTS
15 ECTS
Type of assessment
Portfolio, A joint portfolio uploaded in digital exam: Deadline June 12th 2019
Portfolio-Details: Eine größere Hausarbeit (11-15 Seiten) oder 2-3 kleinere Arbeiten/​Präsentationen (insgesamt 15 Seiten). Das Portfolio wird aus Arbeiten aus beiden Seminaren zusammengesetzt. Nur eines der beiden Seminare kann als größere Hausarbeit absolviert werden.
Criteria for exam assessment
  • Category
  • Hours
  • Class Instruction
  • 56
  • Preparation
  • 353,5
  • English
  • 409,5